Blickpunkt Lausitz


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Artikel 19.12.2007

Nun ist es also wieder soweit...
18.12.2007 - Auf einmal waren sie da. Die Lehrerin, die vorher noch bestrebt war, das gelehrte der vergangenen Stunden zu wiederholen verstummt, als sich die Tür öffnet und ein Schüler ihrer Klasse in das Sekretariat gebeten wird. Ungläubig schaut sie auf den Widerstandskämpfer, der schon ahnt, wer ihn da in Empfang nehmen wird. Kein Wort der Erklärung ist mehr nötig - der Apparat sendete wieder seine Staatsschützer in die Schulen.

Was so unendlich weit weg, so vergangen klang, als unsere Eltern am Tisch der Familie von der politischen Justiz, der Verfolgung und Unterdrückung in der DDR sprachen, ist nun plötzlich wieder zur Gegenwart geworden. Die Staatenschützer in der Schule, die heute Morgen auszogen, um einen Widerstandskämpfer in Großenhain abzuholen, sie sind nicht mehr nur Spiegel der leidvollen Erfahrung mit einem System, das sich ebenfalls demokratisch nannte, sondern Ausdruck der wahren Verhältnisse die nur noch dem zum trotzigen Lächeln zwingen, der bereits im politischen Kerker der Demokraten ausharren muss.

Das Verteilen von verfassungswidrigen Zeitungen werfen die Staatsschützer dem Schüler vor und schleppen ihn auf ihr Revier. Er solle seinen Rucksack öffnen, die Zeitungen aushändigen, drängen ihn fünf Staatsschützer im Verhörraum. Weil er sich ihnen verweigert, handeln sie so, wie sie immer handeln, wenn sie ihren Apparat, der keinen von uns eine Zukunft bieten kann, durch das geschriebene Wort bedroht sehen.

Ein Faustschlag trifft in das Gesicht des Schülers. Drei der sauberen Demokraten in Uniform überwältigen ihn und können den Rucksack mit den staatsgefährdenden Zeitungen entreißen. Unaufhörlich dringen die Fragen auf ihn ein, drängend, drohend, doch er verweigert jegliche Aussage. Als er in eine Zelle geführt wird, geben sie ihm die Anweisung sich auszuziehen. Voll Sadismus erfreuen sich die Staatsschützer an ihrem perversen Spiel, als er sich nackt im Kreise drehen muss, um auch ganz sicher keine Waffen vor ihnen zu verstecken.

Was es bedeutet, was man empfindet, wenn sie versuchen den Widerstand mit ihrer Gewalt zu brechen, können wohl die wenigsten der hier vom Materialismus korrumpierten nachempfinden. Wir aber kennen den Terror des Systems und wir kennen dessen Angst vor der Explosionskraft unseres Kampfes. Es bedarf nicht erst dem Zusammenbruch ihrer heuchlerischen Welt, um denjenigen, die dabei Spaß haben, davon leben, andere zu unterdrücken, zur Verantwortung zu ziehen. Die Staatsschützer, denen auch der letzte Hauch von Menschlichkeit in ihrer dekadenten Welt verlorengegangen ist, sollten sich von nun an, an eines immer erinnern: Ihr habt damit angefangen!

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