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Artikel 17.01.2008

Die Blutspur demokratischer Staatsgewalt - Bilddokumentation Schönbohms “Null-Toleranz-Strategie”
In der Nacht vom 12. zum 13. Januar stürmte ein Sondereinsatzkommando des Landes Brandenburg ein Konzert junger Oppositioneller in Lübben und verletzten dabei ca. 30 Personen schwer. Der Einsatzleiter, der Gespräche mit den Jugendlichen aufgenommen hatte, vereinbarte, dass alle Teilnehmer des Konzertes friedlich und ohne Gegenstände welche als Wurfgeschosse eingesetzt werden könnten, den Veranstaltungsort gemeinsam verlassen. Während sich die Jugendlichen fertigmachten, traf ein Sondereinsatzkommando am Ort ein.

Ein Anwohner, der durch die Präsenz der Einsatzkräfte aufmerksam geworden ist und den Einsatz von der Straße aus beobachtete, berichtet, wie der Einsatzleiter dem Einheitsführer des SEK entgegnete, dass er das weitere Vorgehen mit den Jugendlichen geklärt habe und diese das Gebäude binnen einer festgesetzten Zeit verlassen werden. Der Einheitsführer antwortete daraufhin, dass es ihm egal sei, und gab seiner Einheit den Befehl zur gewaltsamen Räumung.

Als die Jugendlichen hörten, wie mit einem Trennschleifer die Scharniere der Tür durchschnitten wurden, setzten sie sich auf den Boden, um den bewaffneten Einheiten, keinen Grund zum gewaltsamen Handeln zu geben und deeskalierend auf sie einzuwirken. Trotzdem prügelten sie auf jeden der versammelten jungen Männer und Frauen mit ihren Schlagstöcken ein und fixierten ihre Hände mit Kabelbinder auf den Rücken.

Obwohl spätestens zu diesem Zeitpunkt keinerlei Gefahr für die Einsatzkräfte bestand, schlugen sie willkürlich weiter auf die Köpfe der am Boden liegenden Jugendlichen ein oder traten sie mit ihren Stiefeln, teilweise bis zur Bewusstlosigkeit. Knapp 30 Personen mussten sich in die Notaufnahme begeben, um die bis zu 7 cm langen Platzwunden und Prellungen behandeln zu lassen. Der Krankenwagen, der kurze Zeit später eintraf, musste Verstärkung holen, um den Verletzten gerecht zu werden.

Um den Gewaltausbruch später auch nur teilweise rechtfertigen zu können, konstruierten Polizei und Medien die Geschichte, die Jugendlichen hätten die eindringenden Einheiten mit Flaschen beworfen und nahmen Dutzende von ihnen willkürlich wegen "Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte" in Gewahrsam. Bis heute ist den Ermittlungsbehörden unklar, wer eigentlich bei dem Konzert aufgetreten war. Auf die Frage, warum man ein Konzert fern ab vom Grundsatz der Verhältnismäßigkeit brutal auseinander schlägt, ohne Erkenntnisse zu haben, ob es sich bei den dargebotenen Liedern um in der BRD Verbotene handelt, schweigen sie sich bis heute aus.

Nach dem SEK Einsatz gegen ein friedliches Konzert junger Oppositioneller in Lübben

Nach dem SEK Einsatz gegen ein friedliches Konzert junger Oppositioneller in Lübben

Nach dem SEK Einsatz gegen ein friedliches Konzert junger Oppositioneller in Lübben

Jugendliche in der Notaufnahme, nach der "Auflösung" des Konzertes durch ein Sondereinsatzkommando des Landes Brandenburg. Der Innenminister des Landes, General a.D. Schönbohm (CDU), lobte die Schläger für ihren konsequenten Einsatz.

Nach dem SEK Einsatz gegen ein friedliches Konzert junger Oppositioneller in Lübben

Nach dem SEK Einsatz gegen ein friedliches Konzert junger Oppositioneller in Lübben

Nach dem SEK Einsatz gegen ein friedliches Konzert junger Oppositioneller in Lübben

Überall in den Veranstaltungsräumen finden sich Blutlachen, nachdem die Schläger abgezogen sind.

Nach dem SEK Einsatz gegen ein friedliches Konzert junger Oppositioneller in Lübben

Die "Barrikade" - Mit einem Winkelschleifer geöffnete Eingangstür.

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