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Artikel 07.07.2008

“Für die Wahrheit bin ich bereit, ins Gefängnis zu gehen”
politische GefangeneSeit dem 19. Juni irre ich außerhalb Belgiens umher. Meine einzige Sorge lag darin, diese Ausgabe des “Ohne Konzessionen” zu beenden. Sie ist im Untergrund hergestellt worden und enthält weniger Abbildungen.

Die Situation ist derzeit wie folgt: am 19. Juni bin ich in Brüssel zu einem Jahr Gefängnis ohne Bewährung und einer Strafzahlung von 30.000 Euro an Gebühren und sonstigen Kosten verurteilt worden. Das Gericht hat unter anderem meine sofortige Verhaftung verfügt. Zum Glück nahm ich an der Verhandlung nicht teil, so daß ich fliehen konnte. Am Montag, den 23. Juni, sind die belgischen Ordnungshüter ZWEIMAL zu mir nach Hause gekommen, um mich festzunehmen. Da ich nicht anwesend war, mußten sie unverrichteter Dinge wieder abziehen. Ein belgischer Anwalt hat Einspruch eingelegt, aber er hat darauf hingewiesen, daß der Einspruch die sofortige Verhaftung nicht außer Kraft setzen würde, so daß ich weiter in Belgien gesucht werden würde. Dies gelte auch in Europa, sobald der Haftbefehl in einen europäischen Haftbefehl umgewandelt worden sei.

Ein Woche später hat mich das Gericht in Kollmar [Elsaß] in meiner Abwesenheit zu einem Jahr Gefängnis ohne Bewährung und zu einer Strafzahlung von 60.000 Euro an Gebühren und sonstigen Kosten verurteilt. Ich konnte keinen Einspruch einlegen. Aber was hätte es auch genützt? Um zurück zu weichen, um dann besser springen zu können? Na dann…

Meine Verhaftung ist nur noch eine Frage der Zeit, es sei denn ich nehme für Jahre Zuflucht in England oder Spanien. Aber darf man das machen, wenn man Frau und Kinder hat? Außerdem habe ich immer gesagt, daß ich mich nicht davonstehlen würde. Für die Wahrheit bin ich bereit, ins Gefängnis zu gehen. Für mich ist das eine Ehre, auch wenn es schmerzhaft ist. Nur das gelebte gute Vorbild kann seine Früchte tragen, auch wenn die Früchte zu späterer Zeit reifen werden. Und schlußendlich kann ich, der ich Katholik bin, nicht ignorieren, daß unser Heiland auch ungerechte Gerichtsverfahren, Verleumdungen und den Kerker ertragen mußte. “Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich”, hatte er in seiner Bergpredigt gesagt. Im Gegensatz zu dem, was einige glauben, lebt der - wahre - Katholik nicht immer auf den Knien. Sicher, er kniet vor Demütigkeit vor dem Herrn, aber er steht wieder auf und tritt Menschen standhaft gegenüber, vor allem den Lügnern und Verleumdern.

In dieser Prüfung möchte ich meine Bewunderung für meine Frau zum Ausdruck bringen, die, weit davon entfernt, niedergeschlagen zu sein, mich unterstützt und so handelt, daß sie die Zukunft unserer Kinder sichert. Denn die jüngsten Prüfungen haben bereits zur Streichung meiner Arbeitslosenunterstützung geführt (ich konnte nicht mehr “stempeln” gehen), so daß ich pro Monat keine 900 Euro mehr erhalte. Auch gab ich einigen Einzelunterricht, der mir eine kleine zusätzliche Einnahme bescherte. All das ist nun beendet… Derzeitig verfügt also meine Frau nur noch über die staatliche Familienunterstützung, also ca. 1.800 Euro im Monat, um einen Haushalt von 8 Personen am Leben zu halten. Es ist nun schon so, daß ich nicht mehr bei ihr und nicht mehr nah bei meinen Kindern sein kann. Die Hoffnung bleibt aber, daß man sich vielleicht klammheimlich wird sehen kann. Aber wenn ich verhaftet und ins Gefängnis gesteckt werde, was morgen schon geschehen kann, dann wird diese Hoffnung auch beendet sein.

Ich bitte niemanden, mein Monatsheft “Ohne Konzessionen” zu abonnieren, da zu befürchten ist, daß das Heft viele Monate nicht mehr erscheinen wird. Diese letzte Doppelausgabe schenke ich Ihnen von ganzem Herzen und bedanke mich für Ihre Treue. Ich scheide von Ihnen notgedrungen und unter Gewalt, aber mit dem Gefühl der erledigten Aufgabe: zwei Internetseiten mit meinen Texten, eine Bekenntniszeitschrift mit 40 Ausgaben und vor allem eine Kästchen mit 6 DVD’s. Zögern Sie nicht sie zu vervielfältigen und so weit wie möglich zu verbreiten.

Ich möchte schließen mit der Bitte, meine heroische Frau nicht zu verlassen. Sie hat niemals Vorwürfe erhoben. Sie hat alles hingenommen. Sie kämpft in wundervoller Weise. Ich danke Gott, daß ich sie gefunden habe. Sie verdient Ihre Unterstützung und Ihren Zuspruch. Um dies zu tun, können Sie:
  • sich mit dem Komitee zur Unterstützung von Vincent Reynouard in Verbindung setzen (csvincentr@live.fr)

  • an Francis Bourbon, 19 avenue de Choisy, Tour Verdi, Appt 4090, F-75013 Paris, Frankreich schreiben. Geben Sie bitte an: “A l’intention de Mme Reynouard” [z.Hd. Frau Reynoaurd].

  • eine Überweisung auf das Konto von Herrn F. Bourbon tätigen. Die Bankverbindung lautet:
    (IBAN): FR76 3000 4018 8600 0010 3849 161
    BIC (Bank Identification Code): BNP AFRPPPGB
    Herrn oder Frau Bourbon Fabrice
    BNPP ARB PARIS
    PTE DE CHOISY
    Code banque: 30004
    Code guichet: 01886
    Numéro de compte: 00001038491
    Clé RIB: 61
Ich möchte Ihnen allen danken und freue mich jetzt schon auf ein Wiedersehen nach meiner Entlassung aus dem Gefängnis, bei dem was das größte intellektuelle Abenteuer dieses Jahrhunderts bleibt. Es gibt immer noch so viel zu tun, und ich werde niemals abschwören.

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