Blickpunkt Lausitz |
|
Broschüren |
|
|
Kultur 30.12.2006 |
| Jahreswende |
Das alte Jahr vergeht, ein neues steht bevor. Das Licht hat wieder den Sieg errungen und die Tage werden länger. Die Jungmannschaften der deutschen Jugend stehen an den Jahreswendfeuern und sammeln Kraft für das neue Jahr und den Kampf um unser Volk.
Nach der Wintersonnenwende kommen die 12 Rauhnächte, wo nach altem Brauch die wilden Heere der Toten durchs Land ziehen. An diesen Tagen sollte die Arbeit in Haus und Hof ruhen, es wurde geräuchert, daher der Name Rauch- oder Rauhnächte, um den Wilden Jäger Wotan zu beschwichtigen oder es wurde gelärmt, um sie abzuwehren.
Dieser letzte Brauch hat sich bis in die heutige Zeit erhalten. Doch wem nützt er. In unserer Zeit dient er vor allem dazu, Unmengen an Geld für Feuerwerk und Alkohol auszugeben.
Die Deutschen geben fast 50 Millionen E’s für Feuerwerk und 100 Millionen E’s für Sekt und Champagner aus - da fragt man zwangsläufig nach dem Sinn des Ganzen.
Obwohl wir reicher sind als unsere Vorfahren, scheinen wir doch ärmer geworden zu sein - oder?
Jeder dieser Tage der Rauhnächte dient nach uraltem Glaube der Vorherbestimmung des Wetters und des persönlichen Schicksals im kommenden Jahr.
Besonders ältere Leute haben in unseren Dörfern noch manches Wissenswerte von den guten und bösen, von lichten und düsteren Gestalten zu berichten, die nach überkommenem Volksglauben in den langen Nächten ihr Unwesen treiben.
Man achtet jetzt besonders auf seine Träume und ist vielfach der festen Überzeugung, daß sie in Erfüllung gehen.
In der Silvesternacht wünscht man das ungestüme Brausen der Wilden Jäger in den Lüften, weil dann im Juli günstiges Erntewetter zu erwarten ist; je wüster in dieser Nacht das Wilde Heer tobt, desto fruchtbarer sollen Sommer und Herbst sich zeigen.
Wir müssen an diesen dunklen Tagen mit uns selber Einkehr halten, wie unsere Vorfahren, die in diesem stillen, dunklen Abschnitt des Jahres in ihren Langhäusern saßen und ihre Gedanken kreisen ließen; sie haben die stille Zeit des Jahres genutzt und Kräfte gesammelt für das neue Jahr mit Arbeit und Entbehrungen.
Fragen wir uns, was wir denn geleistet haben und was es für Nutzen für das Ganze hatte.
Hätten wir vielleicht mehr tun können oder hat uns die allgemeine Dekadenz der Zeit schon angesteckt?
Jeder muß sich prüfen, ob er bestehen würde, wenn die Ahnen ihn fragen:
Was hast du denn für dein Volk geleistet?
Und - würdest du bestehen....? |
|
|