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Presse 17.03.2007 |
| Barrikade vor dem Arbeitsamt |
Zittau. Die Mauer war etwa 3,30 Meter breit und circa 1,45 Meter hoch. Auf der Front des „Bauwerkes” stand ein schwarzer Schriftzug „Ein neues System bietet neue Alternativen – Nationaler Sozialismus”. Die Qualität der Ausführung ließ aber schon auf den ersten Blick sehr zu wünschen übrig. Denn zwischen den Steinen taten sich große, luftige Fugen auf. Eine Bewerbung für einen Beruf in der Baubranche war das wahrlich nicht. Einem starker Sturm hätte die Mauer wahrscheinlich auch nicht standgehalten. Da steckt bestimmt Schwarzarbeit dahinter, witzelten einige Passanten. „Es ist auf jeden Fall keine Sache von fünf Minuten gewesen, diese Barrikade zu errichten“, sagt ein gelernter Maurer. „Unsere Mitarbeiter hätten dafür eine zeitliche Vorgabe erhalten“, so eine Frau, die jahrelang in der Baubranche tätig war.
Nun ermittelt die Kriminalpolizei nach dem Urheber. „Da ist schon jemand ganz logistisch vorgegangen. Wir suchen momentan Zeugen, gehen Hinweisen und Mutmaßungen nach. Es ist aber nicht üblich, dass wir über jeden weiteren Schritt die Öffentlichkeit informieren“, so Petra Kirsch, Pressesprecherin der Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien. Spekuliert wird, dass vielleicht jemand ein politisches Motiv hat oder unzufrieden mit den Leistungen der Arbeitsvermittler ist. „Mit so einem Fall hatten wir es bisher selbst noch nicht zu tun. Wir sehen darin den Verdacht einer ,versuchten Nötigung’“, so Petra Kirsch.
Die Staatsanwaltschaft wird darüber befinden, inwiefern durch die Schrift bestimmte Straftatbestände erfüllt sind. Die Mauer ist unterdessen wieder abgerissen worden. Petra Kirsch selbst freute sich darüber, „dass ich am anderen Morgen wieder ungehindert in die Polizeidirektion hineingekommen bin.“ Im Gegensatz zur Agentur für Arbeit in Zittau wird das Gebäude der Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien in Görlitz aber bewacht. Weitere Hinweise zum geschilderten Fall nimmt die Polizeidirektion Oberlausitz/Niederschlesien unter Telefon (0 35 81)46 82 24 entgegen.
Steffen Linke
Quelle: Oberlausitz-Niederschlesien-Regional, 16. März 2007 |
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