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Presse 06.01.2007 |
| Sorben zeigen Gesicht und Zivilcourage |
Der Arbeitskreis "Gemeinsam gegen rechts" verstärkt seine Aktivitäten für Aufklärung und Prävention. Jetzt liegt ein Konzept für 2007 vor. "In ganz Sachsen gibt es heute 1930 organisierte erwachsene Rechtsextremisten. Sie haben 9500 Kinder und Jugendliche im Schlepptau. Eben die sind unsere Zielgruppe", appellierte Manfred Lindemann vom Vorstand des Netzwerkes Sachsen. "Viele Jugendliche sind 2009 zu den nächsten Landtagswahlen wahlberechtigt. Wir müssen heute han-deln - damit sie über die braune Ideologie aufgeklärt sind." Konkret planen Domowina, Witaj-Sprachzentrum und Pawk gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung und den Räten gegen Rechts am 6. Februar ein Forum. Es beginnt 19 Uhr im Haus der Sorben. "Fremden-feindlichkeit in der Lausitz - ein Thema?" heißt das Motto. Hintergrund sind verbale und tätliche Angriffe auf sorbische Jugendliche, Eltern und Erzieher.
Aussteigerprojekt im Angebot
Die Gesellschaft Bürger & Polizei/Netzwerk Brückenbau begleitet weiter ein Aussteigerprojekt für rechtsgerichtete Jugendliche. Auch an Grundschulen spricht sie das Thema Fremdenfeindlichkeit frühzeitig an. Hier bietet sie das Projekt "Gesicht zeigen" an. Das Deutsch-Sorbische Volkstheater plant im März und April zusätzliche Aufführungen des Stückes "Die Welle". Es richtet sich an Schulen in der Region. Das Stück zeigt ein Experiment in einer Schulklasse in den USA. Es berührt blinden Gehorsam und seine Folgen. Anschließende Diskussion mit Schauspielern und Initiativen gegen rechts sind im Bautzener Theater geplant. Im Foyer des Burgtheaters soll bald ein Holz-Triptychon von Holzbildhauer Jürgen Spottke aus Sohland stehen. Diese Plastik zeigt beim Aufklappen verschiedene Gesichter. Sie soll zur Auseinandersetzung mit dem Thema Anderssein, Toleranz und Dis-kriminierung anregen. "Eigentlich eine assoziative Geschichte. Doch gerade bei Kindern kann sie Wirkung haben", meint Intendant Lutz Hillmann. "Hier fängt doch die Auseinandersetzung mit dem Thema an."
Für interkulturelles Lernen
Ein Projekt "Interkulturelle Kompetenz - Interkulturelles Lernen" will das Theater auf dem Schlosshof Bautzen starten. Zunächst richtet sich das Projekt an Schulen (5. bis 12 Klasse) im Kreis Bautzen. Ansprechen soll es langfristig auch sorbische und deutsche Schulen im Kreis Kamenz. An mehreren Stationen sollen sich die Schüler kreativ mit dem Thema Fremdenfeind-lichkeit auseinandersetzen. "Der Ansatz ist: die aktive Beschäftigung, die aktive Auseinandersetzung, das selbst Erkennen", unterstützt Dr. Hilža Elina, Regionalsprecherin des Domowina-Kreisverbandes Baut-zen, die Idee. "Die Kinder sollen selbst zu Erkenntnissen kommen, damit Geschichte erlebbar wird." Eine Idee, die weitere Kreise ziehen könnte. Zu klären ist jetzt die genaue Finanzierung. Noch im Januar wollen die Verantwortlichen eine erste Projektskizze erstellen. Einbeziehen will man auch frühzeitig die Schulleiter.
Das Witaj-Sprachzentrum, so das Konzept "Gemeinsam gegen rechts", lässt Flyer und Arbeitsmaterial zum Thema "Gesicht zeigen" derzeit ins Sorbische übersetzen. Zugleich erfolgt die Ergänzung des Materials zum Thema "Die Beziehungen zwischen Deutschen und Sorben" durch das Sprachzentrum in Abstimmung mit der Gesellschaft Bürger & Polizei.
Andreas Kirschke
Quelle: Sächsische Zeitung, 06.01.2007 |
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